Ein paar Tage vor der Geburt verliert die Katze den Schleimpfropf. Dies ist meist ein Zeichen,
dass es nicht mehr all zu lange bis zur Geburt gehen kann. Auch können ein oder zwei Tage vor der Geburt Senkwehen
beobachtet werden. Man sieht es häufig am Rücken der Katze, dieser zieht sich zusammen und lockert sich wieder. Auch fällt der Bauch
der Katze bei den Hüften etwas ein. Bei vielen Katzen schießt die Milch am Vortag oder Tag der Geburt ein.
Das Gesäuge sollte keineswegs hart oder heiß sein, denn das könnte auf eine Gesäugeentzündung oder einen Milchstau hindeuten.
Das erste Vorzeichen einer bevorstehenden Geburt ist das Abfallen der Körpertemperatur.
Die Ohren der Katze fühlen sich kalt an. Sobald die Geburt losgeht steigt die Körpertemperatur wieder.
In den meisten Fällen ruft die Katze nach ihrem Menschen, wenn die Geburt bevorsteht. Die Geburt beginnt mit den Presswehen.
Wenn die Katze Presswehen hat sollte auch bald das erste Kitten kommen. Ist dies nicht der Fall kann dies auf eine
Wehenschwäche oder darauf hindeuten, dass das Kitten im Geburtskanal feststeckt. In dem Fall sollte schnell gehandelt
werden und ein Arzt konsultiert werden.
Wenn die werdene Mutter unruhig ist, kann man sie mit Bachblüten - Notfalltropfen unterstützen. Gutes Zureden wie toll sie das macht,
selbst Ruhe bewaren und Stärke ausstrahlen hilft der Mutterkatze auch.
Doch in den meisten Fällen verläuft die Geburt ohne größere Komplikationen. Zuallerst verliert die Mutterkatze Fruchtwasser. Danach tritt das Kitten aus dem Geburtskanal aus. Die Fruchtblase kann dabei unverletzt oder bereits geöffnet sein. Auf den zwei nachfolgenden Bildern ist dies sehr schön zu sehen. Links die vortretende Fruchtblase. Rechts die Geburt eines Kitten bei dem die Fruchthülle bereits im Geburtskanal gerissen ist. Dieses Kitten kommt mit den Beinen bzw. dem Schwanz zuerst. Dies ist normal, doch kann es mehr Probleme bereiten, wenn zum Beispiel die Beinchen feststecken. Auch besteht die Gefahr, dass das Kitten Fruchtwasser verschluckt. Viel unkomplizierter ist es, wenn das Kitten mit den Köpfchen zuerst kommt.
Auf diesem linken Bild sehen wir ein neugeborenes Kitten noch in der Fruchthülle. Die Mutter
ist bereits damit beschäftigt das Kitten aus der Fruchthülle zu befreien. Daneben ein nasses Kitten, welches von der
Mutter gesäubert wird. Dieses Abschlecken regt die Lebensgeister an und sorgt für die tiefe Bindung zwischen Mutter
und Kind. Immer dann wenn die Mutter das Kitten trocken geputzt hat und sich wieder auf die nächsten Wehen konzentriert oder
sich hinlegt um Kraft zu tanken, nehmen wir das Kitten und trocknen es nochmals mit einem Gästehandtuch nach. Wir säubern
das Näschen und lauschen auf die Atemgeräusche. Diese sollten gleichmäßig und ohne Knacken sein. Danach wird das Kitten gewogen und bekommt einen
Namen. Für etwa 47 Tage verfolgen wir die Entwicklung des Gewichtes der Kitten mittels Excel-Tabelle. Danach wiegen wir
nur noch einmal wöchentlich und zwar bis zur Abgabe der Kitten an die neuen Besitzer.
Zu jedem Kitten gehört eine Plazenta. Diese wird meistens auch nur als Nachgeburt bezeichnet. Sehr oft wird diese nach der
Abnabelung von der Katze aufgefressen. Dies dient zur Stärkung der Gebärenden und zur Reinigung der Gebärmutter.
Die Geschlechterbestimmung: Auf diesen Fotos sehen wir links ein Mädchen und rechts einen Jungen. Im Vordergrund befindet sich der Anus und im Hintergrund das Geschlechtsteil. Einfacher erklärt, das Geschlecht des Mädchens sieht aus wie ein Ausrufzeichen (!) das des Jungen wie ein Doppelpunkt (:). Das ist in dem Fall sehr hilfreich, wenn beim Katerchen noch keine Hoden sichtbar sind. Auf dem zur Veranschaulichung beigefügten Bild sind die Hodensäckchen schon gut sichtbar.
Ein fast trockenes Kitten erholt sich von den Strapazen durch den engen Geburtskanal. Beruhigt wird es durch das Schnurren der Mutter. Manchmal kann es nötig sein, einzelnen Kitten die unruhig sind, bei der Suche der Zitzen zu unterstützen. Auch Neugeborene sprechen gut auf Bachblüten an, wenn dies nötig sein sollte. Am besten reibt man ein Tröpfchen auf der Stirn des Babies ein.
Nach der Geburt liegen Mutter und Kitten entspannt in der Wurfkiste und die Kleinen trinken genüsslich ihre erste Kolostralmilch oder
auch Vormilch genannt. Die Kolostralmilch ist sehr reich an Antikörpern was für krankheitsanfällige Neugeborene sehr wichtig ist. Sie
bedeckt die Magen und Darmschleimhäute mit einem schützenden Film. Nach etwa fünf Tagen wird die "normale" Milch im Körper der Mutter erzeugt.
Sollte die Mutter unruhig sein und sich nicht um die Kleinen kümmern oder ein Kitten will nicht trinken, ist etwas nicht in Ordnung.
Der Tierarzt sollte in dem Fall schnellstmöglich informiert werden.
Auf dem rechten Bild sehen wir den ersten Stuhlgang eines Neugeborenen, auch Darmpech genannt.
Dieser erste Kot der sich im Ungeborenen angesammelt hat, muss auf jeden Fall abgehen. Der Abgang wird durch die Kolostralmilch und duch die massierende
Wirkung des Ableckens durch die Mutter unterstützt.
Zum Abschluss noch ein paar Gedanken von mir. Einer Geburt beizuwohnen ist ein Geschenk
und ein Wunder. Ein neues Leben beginnt, ein neuer Tag, ein neues Glück. Dankt der Mutter dafür, dass ihr an diesem Wunder teilhaben durftet und dafür
dass sie alles so toll gemeistert hat.