Einer Katzengeburt beizuwohnen ist ein unglaubliches Erlebnis welches uns einen Blick in den Instinkt und die Mutterliebe der Katze gewährt.
Es ist ein großes Geschenk und zeigt uns, wie natürlich und selbstverständlich eine Katze ihre Welpen zur Welt bringt und wie sie diese danach
beschützt und umsorgt. Dieses Geschehen ist kaum zu beschreiben, es ist ein Wunder.
Die kleinen Katzenwelpen kommen taub und blind zur Welt. Das Gewicht beträgt bei der Rasse Bengal im Normalfall zwischen 60 und 100 Gramm. Sobald die Welpen von ihrer
Mutter trockengeleckt wurden suchen sie nach den Zitzen, um ihre erste Milchmahlzeit zu sich zu nehmen. Die erste Milch ist die Kolostralmilch die die Immunität der Welpen aufbaut.
Eine Katze hat acht Zitzen wobei die unteren Zitzen die Bevorzugten bei den Welpen sind.
In der Zeit in denen die Kitten blind und taub sind, orientieren sie sich nach dem Geruchs- und Tastsinn. Die Mutterkatze schnurrt viel während sie bei ihren Kleinen liegt.
Die Kitten stimmulieren den Milchfluss mit dem Milchtritt. Die Kitten sind abhängig von ihrer Mutter die ihnen außer Nahrung auch Wärme und Geborgenheit gibt. Schon im
zarten Alter von ein paar Tagen können die Kleinen fauchen, wenn sie einen fremden Geruch wahrnehmen. Ein leises Schnurren kann man auch schon beobachten.
Wir konnten feststellen, dass uns die Kitten schon einen Tag nach der Geburt erkennen und uns quiekend begrüßen, wenn wir in die Wurfkiste schauen. Schon in den ersten Tagen
kann man die späteren Charakteren der Kitten erkennen. Es wird gerauft und teilweise richtig arg, um eine bestimmte Zitze gestritten. Diese kleinen Machtkämpfe sind wichtig
für die Entwicklung des Sozialverhaltens und den Charakter der Kitten.
Auf den oberen, linken Bildern seht ihr die kleine Tara kurz nach der Geburt, noch nass. Rechts daneben ist Tara zwei Tage alt.
Auf dem unteren, linken Bild ist die Kleine drei Tage alt. Das Fellchen weist noch das typische Babyfell auf. Auf den rechten Bild ist Tara eine Woche alt.
Ungefähr ab dem neunten Lebenstag öffnen sich langsam die Öhrchen was heißt, dass die Kleinen bald Geräusche wahrnehmen können.
Im Alter von zehn Tagen öffnen sich langsam die Äuglein. Unsere Kitten brauchen sehr lange bis sie die Äuglein offen haben.
Meistens länger als zwei Wochen. Da die Kleinen wohlbehütet in der Wurfkiste liegen, erfolgt die Entwicklung langsamer.
Das ist zumindest unsere Theorie. Eine andere Erklärung wäre die, dass in der Bengal noch Wildkatzenblut fließt.
Auf dem rechten Bild ist Tara zwölf Tage alt und ihre
Äuglein sind nun ganz offen.
Links ist Tara zwei Wochen alt und ihr Fellchen schon etwas kürzer. Auf dem rechten Bild ist die Kleine drei Wochen alt. Sie nimmt nun immer
mehr die Gestalt eines Kätzchen an. Die Kitten sehen nun nicht nur mehr verschwommen und sie nehmen aktiver am Alltag teil. Ihre Öhrchen richten sich nun auch auf. Die Kleinen
haben in dem Alter ein Gewicht von ca. 250-300 Gramm. In diesem Alter beginnen die Kitten auch sich für ihren Köper zu interessieren. Da werden die Pfötchen in den Mund gesteckt,
es werden die ersten Putzversuche gestartet und die Geschwister werden interessant. Es wird spielerisch gerauft, gefaucht und gequiekt, wenn es zu wild wird. Sie lernen durch
diese Spiele wie weit sie gehen dürfen bzw. was dem Gegenüber weh tut, was gemocht und nicht gemocht wird. Kurz gesagt wie das Gegenüber reagiert.
Im Alter von ungefähr drei Wochen klappt das Sitzen schon ganz gut und die Kitten starten ihre ersten Gehversuche.
In der 3. bis 4. Lebenswoche brechen die Milchzähnchen durch.
Die Katzenkinder werden bis zur 4. Lebenswoche intensiv umsorgt. Die Mutterkatze verlässt die Wurfkiste nur kurz. Sie säugt die Kleinen und putzt sie regelmäßig. Duch das Lecken stimuliert sie die Ausscheidung von Urin und Kot. Ab der vierten Lebenswoche werden die sozialen Spiele unter den Geschwistern intensiver. Sie üben im Spiel das Zupacken, das Aufrichten zum Sprung und das Anpirschen bzw. Anspringen. Die Mutterkatze bringt den Kleinen nun Spielzeug und ihre erste feste Mahlzeit. In unserer Zucht ist dies rohes Fleisch in Form von Gulaschfleisch oder Hühnchenfleisch. Die Kleinen werden weiterhin zusätzlich mit Muttermilch versorgt. Je älter die Kleinen werden, desto weniger werden sie von der Mutterkatze gesäugt. Kaztenkinder haben bis zur vierten Lebenswoche blaue Augen, man nennt dies auch Milchäuglein. Ab dem Zeitpunkt bei dem die Kitten ihre feste Nahrung zu sich nehmen, färben sich die Äuglein langsam um. Die vollständige Entwicklung der Augenfarbe dauert ein paar Monate. Die Kitten nehmen nun alles in den Mund oder schlecken Wände etc. ab. Mann nennt dies die "orale Phase". Ihre Neugierde lässt sie ihre Umgebung erkunden, wodurch sie viel lernen. Etwa im Alter von vier Wochen beginnen die Kleinen auch das Katzenklo zu benutzen. Auch hier ist die Mutterkatze behilflich und ein Vorbild und schaut genau darauf, dass ihre Kinder sauber sind. Mit leisen, gurrenden Lauten lockt die Mutterkatze ihre Jungen in Richtung Katzenklo oder zeigt ihnen andere Dinge wie z.B. Futter. Die Mutterkatze überwacht ihre Kinder und schaut dass sich diese nicht zu weit von ihr entfernen. Auch erlernen die Kleinen durch das Beobachten der Mutter sich selbst zu putzen. Darum ist es wichtig, dass nur Katzen zur Zucht verwendet werden die keine sogenannten Macken haben. Als Beispiel: Katzen die unsauber sind, bringen unsauberen Nachwuchs hervor. Dies gilt auch für das Wesen. Wesensfeste Mütter bringen wesensfeste, Kitten hervor, etc.
Auf diesen Bildern ist Tara sechs und sieben Wochen alt. Dies ist die intensive Zeit der Kleinen in der sie viel spielen und für ihr späteres Leben lernen. Durch das Spiel lernen die Kitten das normale Verhalten. Die Sozialisierung ist eine sehr wichtige Phase die entscheidend für das spätere Leben der Katzen ist. Aus diesem Grund werden unsere Kitten von ersten Tag an viel herumgetragen, gestreichelt und an Menschen, andere Katzen und Hunde gewöhnt. Je nach Alter werden die Kleinen an bestimmte Situationen herangeführt. Kitten die in eine Zucht gehen, als Beispiel, werden speziell "gehandelt" damit sie keine Probleme auf Ausstellungen haben. Es ist sehr wichtig, dass die Kitten nicht zu früh von ihren Geschwistern getrennt werden da dies eine Wirkung auf die spätere soziale Bindung hat. Kitten die länger als zehn Wochen bei ihren Artgenossen in einem guten sozialen Umfeld aufwachsen, sind später Artgenossen gegenüber positiv eingestellt. Ab der zehnten Lebenswoche werden die Kitten gegenüber Neuem voreingenommener und vorsichtiger. Dies nennt man auch die Fremdelphase.
Aus gut sozialisierten Kitten werden ausgeglichene Jungkatzen die ihrem Menschen vertrauen und keine Probleme mit Artgenossen haben.
Hinter der excellenten Kittenaufzucht steckt viel Liebe, Wissen und Enthusiasmus. Ab einem Alter von circa zwölf Wochen sind die Kitten soweit, dass sie
in ihr zukünftiges Zuhause ziehen können. Die Mutterkatze hat bis dahin ihre Kleinen entwöhnt und für ihr späteres Leben vorbereitet. Was die Katzenkinder in ihren ersten
drei Lebensmonaten gelernt haben, ist entscheidend für ihr zukünftiges Leben.
Bis aus den Jungtieren erwachsene Katzen werden, ist noch viel zu lernen. Die Motorik wird verfeinert und das Klettern klappt auch immer besser.
In dieser sehr spielintensiven Zeit wird das Erlernte verstärkt bzw. verfeinert. Hierdurch werden die Muskulatur und die Nervenverbindungen gefestigt und durch das Spiel
weiterhin am Sozialverhalten gefeilt. Ungefähr im Alter von 5-6 Monaten werden die Milchzähnchen durch das Erwachsenengebiss ersetzt. Aus dem kleinen Kätzchen wird
ein Jungendlicher.
Ein neugeborenes Kitten auf seinem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten, ist ein wundervolles Erlebnis und ein großes Geschenk. Es berührt jedesmal
aufs Neue und wir sind dankbar, dass die Katzenmütter diese Zeit mit uns teilen und uns am Geschehen teilhaben lassen. Es zeugt von großem Vertraunen der Mutterkatze
uns gegenüber. Es ist ein großes Geschenk, dass wir nicht missen möchten.
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