Charcoal Genetik

{written by Dania Burtscher, von Satara Bengals:
In Anlehnung an charcoal-genetics, Naamahbengals}

Am Anfang des Artikels möchte ich darauf hinweisen, dass das Charcoal Gen noch nicht ganz entschlüsselt ist. Die Gentiker und speziell Joshua Dabbs sind stetig bemüht neue Fakten und Theorien zu erforschen bzw. auszutesten. Wir werden versuchen unseren Artikel auf dem neuesten Stand zu halten.
Der Farbschlag Charcoal ist eine der ältesten Farben bei den Bengalen. Trotzdem ist es eine unbekannte Farbe, weil es ein rezessives Gen dafür braucht, welches Non Agouti heißt. Dieser Farbschlag wurde im Standard nicht anerkannt und somit wurden die melanistic Bengalen auch kaum für die Zucht eingesetzt. Das Non Agouti Gen erlaubt dem Farbschlag Charcoal seine Zeichnung zum Vorschein zu bringen.
Lange dachte man eine charcoal Bengal wäre eine dunkle braun, silber oder snow Bengal. Eine andere Tatsache ist, dass eine braune Bengal im Standard als brown tabby bezeichnnet wurde. Kurz gesagt Bengalen mit warmen Brauntönen und viel Rufismus wurden bevorzugt. Somit wurden Bengalen mit kühlen Farben und die Charcoals auf Shows benachteiligt und darum auch kaum ausgestellt. Zur Freude der Charcoalfans wurde der Standard in der Tica geändert. Die Farbe Braun bei den Bengalen wird nun als brown (black) tabby bezeichnetn was genetisch sowieso schon immer korrekt gewesen ist.
Die Theorie besagt, dass die charcoal Bengalen ein seperates Gen haben welches die "normalen" Bengalen nicht haben. Dieses Gen verdanken wir der Asiatischen Leopard Katze. Es wird auch ALC agouti Gen A1 genannt.
Diese Theorie wird durch die F1 Charcoals bestätigt. Zwei davon sind Lionsmountain Mikaila of Jungelook (ALC - Art Deco of Lionsmountain x Lionsmountain Babette) und Lotsa Spots Mahriah of Junglebook (ALC - Baghara Khan x Phiset Delicate).
Agouti ist das Gen welches die Zeichnung und Nuancierung kontrolliert. Es wird in der Genetik als 'A' oder 'a' bezeichnet. Einfacher gesagt 'A' ist das reguläre Muster / Pattern und 'a' ist die dunkle Pigmentierung (melanistic contributor).
Eine Bengal mit AA ist eine reguläre Farbe die kein Melanistic trägt.
Das ALC Gen A bezeichnet das Muster bzw. die Zeichnung und nicht die Farbe. Wir nennen es A1. Theoretisch lässt sich das Agouti Gen der ALC mit dem der domestizierten Katze in ihrer "Wirkung" nicht vereinbaren und kann es daher nicht gänzlich ausschalten bzw inaktivieren. Eine Aa Bengal sieht wie jede Andere aus und trägt Melanistic. Eine A1a Bengal hingegen ist eine bei welcher das melanistic Gen durch das teilweise dominante A1 durchscheint - und da haben wir sie, die Charcoal. Das heißt auch, dass alle charcoal Bengalen melanistic Träger sind.
Eine A1A Bengal (eine regulär aussehende Bengal mit einem charcoal Gen die kein Melanistic trägt) ist ein Charcoalträger. Manche charcoal Träger haben die typische charcoal Maske aber nicht die einzigartige Farbe. Dies ist ein gutes Indiz um ein Trägertier zu identifizieren.
Ein weiterer Charcoalträger wäre eine A1A1 Bengal. Wir bekommen diese Genkonstellation wenn wir eine Charcoal mit einer Charcoal verpaaren. Die Kitten aus dieser Verpaarung würden beide Gene tragen. Charcoals - A1a - müssen Melanistic tragen um Charcoals zu sein. Beachte: jede reguläre Bengal die melanistic produziert (und in diesem Fall auch trägt) kann kein Charcoal tragen, sonst wäre sie ja eine Charcoal.
Alternativ gibt es einen Weg um Charcoals zu züchten. Wenn man eine Charcoal mit einer regulären Bengal die Melanistic trägt (welche Aa ist) verpaart, oder eine Melanistic (aa)... kann der charcoal Partner das rezessive 'a' "nehmen". Daraus enstehen dann A1a kitten.
Gänzlich absichern um lauter Charcoals in einem Wurf zu bekommen kann man sich, wenn man eine A1A1 Bengal (eine "normal" aussehende Bengal aus Charcoaleltern) mit einer aa (a melanistic) verpaart. Alle Kitten aus dem Wurf wären A1a, Charcoals.
Die dunkle Maske (aka Zorro-Muster): Charcoal Bengalen haben ein paar auffällige Merkmale die reguläre Bengalen nicht haben, abgesehen von ihrer Farbe.
Das erste Merkmal ist die dunkle Maske im Gesicht. Fast alle Charcoals haben ein dunkleres Fell vom Kopf bis hin zur Nase und um die Schnurhaarkissen herum. Wenn die Bengal diese Maske nicht hat, ist es keine Charcoal.
Das zweite Merkmal ist der dicke, schwarze Streifen am Rücken. Bei den Snowbengalen ist der Rückenstreifen sehr dunkel. Dieser Streifen ist viel markanter als bei manchen "normalen" Bengalen zum Beispiel der Aalstrich ist.
Aus charcoal Linien kommen des öfteren Kitten mit der sogenannten "charcoal expression" zur Welt. Diese Kitten haben den dicken, schwarzen Strich am Rücken und manchmal das dunkle Gesicht aber nicht die dunkle Grundfarbe. Dieses sind keine Charcoals.
Charcoal Glitter: Die meisten Charcoals die geglittert sind, haben den sogenannten Silberglitter, das ist auch bei den braunen Charcoals der Fall.
Entwicklung: Manchmal sehen braune charcoal Kitten silbern aus wegen ihrer schwarzen Zeichnung. Es gibt keinem Hinweis auf die braune Farbe in diesem Entwicklungsstadium. Wenn sie älter werden wird ihre Grundfarbe gräulich oder silber-grau. Wenn kein Elternteil Silber ist gibt es auch keine silbernen Kitten. Ein gutes Indiz für ein silbercharcoal Kitten ist der weiße Bauch. Manche charcoal Kitten sehen bei der Geburt wie melanistic Kitten aus. Wenn man ihre helle Farbe im Gesicht, auf dem Bauch und manchmal an den Füßen betrachtet, weiß man, dass es keine Melanistic ist sonder eine sehr dunkle Charcoal. Diese Kitten werden während ihrer Entwicklung immer heller in ihrer Grundfarbe.
Epilog: Der Farbschlag Charcoal wird immer populärer. Kein Wunder, denn wer ein solch ausergewöhnliches Panterchen besitzt wird schnell in deren Bann gezogen.

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